Der Lauterwerb und die Ausspracheentwicklung 

Die Lautentwicklung beginnt mit dem ersten Schrei des Kindes. Mit rund 3 Monaten tritt das Kind in die erste Lallphase ein. Es produziert ganz zufällige Lautproduktionen. Die 1. Lallphase ist noch nicht muttersprachspezifisch. Das bedeutet, dass Kinder überall auf der Welt die gleichen Laute produzieren. Ab dem 6. Lebensmonat beginnt die 2. Lallphase, in der Kinder dann nur mehr muttersprachliche Laute produzieren. Sie beginnen nun gezielte Lautproduktionen zu äußern. Es entstehen erste Lalldialoge, in denen die Kinder ihrem Gegenüber zuhören und imitieren beziehungsweise antworten. Mit 6 Monaten „sprechen“ Kinder bereits 75% ihres Gesprochenen in den Sprechpausen ihres Gegenübers. 
Verstummt das Kind um das 6. Lebensmonat, ist eine Hörabklärung dringend anzuraten! 

Mit rund 13 Monaten äußert das Kind dann das erste Wort. Ein Wort zählt als Wort, wenn es: 
– immer gleich klingt. 
– immer für das Selbe verwendet wird. 
– in unterschiedlichen Situationen verwendet wird. 
Während die ersten Wörter noch vorwiegend aus den Vokalen „a e i o u ä ö ü ei au eu“ und den Konsonanten „m n b p d t“ bestehen, lernen Kinder im Altern von 2-3 Jahren viele neue Laute. Die untenstehende Infografik bietet einen Überblick über das Erwerbsalter der Laute. 

In der kindlichen Entwicklung ist das Vertauschen oder Auslassen unterschiedlicher Laute bis zu einem gewissen Alter normal. In der Logopädie sprechen wir dann von „phonologischen Prozessen“. Auch hierfür finden Sie untenstehend Altersangaben. 

Generell gilt: wenn Sie besorgt sind, was die Sprachentwicklung Ihres Kindes betrifft, ist eine logopädische Abklärung sinnvoll! In einer ersten Begutachtung wird das Kind in seiner Sprachentwicklung eingeschätzt und eine Therapie oder eine individuelle Beratung empfohlen. Mehr Infos zum Ablauf einer Begutachtung, Beratung und Therapie finden Sie auf der Startseite „Logopädie“.